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Warum es auf diese Frage keine seriöse Pauschalantwort gibt
Wer nach dem Preis einer Website fragt, bekommt selten eine Zahl und meistens eine Gegenfrage. Das wirkt ausweichend, hat aber einen sachlichen Grund. Website ist kein festes Produkt. Der Begriff umfasst alles von fünf Textseiten bis zum Shop mit angebundener Warenwirtschaft. Dazwischen liegt kein Aufpreis. Es ist ein Vielfaches an Arbeitszeit. Eine Zahl ohne Kenntnis des Umfangs wäre geraten.
Hinzu kommt, dass die Frage in der Praxis zwei verschiedene Dinge meint. Das eine sind die einmaligen Kosten für Konzeption, Gestaltung, Inhalte und technische Umsetzung, also der Betrag auf dem Angebot. Das andere sind die laufenden Kosten ab dem Tag der Veröffentlichung. Wer nur die erste Zahl vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung. Dieser Text nennt bewusst keine Preisliste unserer Agentur. Er zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt und woran Sie ein vollständiges Angebot erkennen.
Wer nur die einmaligen Kosten vergleicht, vergleicht die halbe Rechnung.
Die vier Faktoren, an denen der Preis hängt
Fast jede Kalkulation lässt sich auf vier Größen zurückführen. Wenn Sie diese vier für Ihr Vorhaben grob einschätzen können, wissen Sie ungefähr, in welchem Bereich Sie sich bewegen. Und Sie verstehen, warum zwei Angebote für scheinbar dasselbe Projekt weit auseinanderliegen.
Umfang, Seitenzahl und Funktionen
Die Seitenzahl ist der offensichtliche Teil. Startseite, drei Leistungsseiten und Kontakt sind ein anderes Projekt als dreißig Unterseiten mit Standorten, Stellenangeboten und Ratgeberbereich. Wichtiger als die Anzahl sind die Funktionen. Ein Kontaktformular ist Standard. Ein Terminkalender mit Verfügbarkeiten, ein Kundenbereich mit Anmeldung, eine Schnittstelle zu Ihrer Software oder ein Shop mit Zahlungsabwicklung sind eigene Bauteile. Sie müssen entwickelt und getestet werden und brauchen Wartung. Jedes davon verschiebt den Preis deutlich, unabhängig von der Zahl der Seiten daneben.
Inhalte, Texte und Bilder
Dieser Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Texte und Bilder machen einen erheblichen Teil des Aufwands aus, stehen im Angebot aber oft nur in einem Nebensatz. Klären Sie früh, ob Sie die Inhalte selbst liefern oder ob der Anbieter sie erstellt. Liefern Sie selbst, sinkt der Preis. Dafür brauchen Sie im Tagesgeschäft Zeit, und genau daran bleiben Projekte oft hängen. Schreibt der Anbieter, braucht er trotzdem Ihr Fachwissen aus einem Gespräch. Bei Bildern gilt dasselbe. Eigene Aufnahmen kosten einen Fototermin, Bilder aus einer Datenbank kosten Lizenzgebühren.
Baukasten, Redaktionssystem oder Eigenentwicklung
Es gibt drei übliche Wege. Keiner ist grundsätzlich der richtige. Ein Baukasten ist günstig und schnell eingerichtet, für einen kleinen Auftritt oft ausreichend. Dafür sind Sie an den Anbieter gebunden, in Gestaltung und Funktion begrenzt und können die Seite bei einem Wechsel meist nicht mitnehmen. Ein Redaktionssystem wie WordPress ist der verbreitete Mittelweg. Es ist flexibel, erweiterbar und von vielen Dienstleistern zu betreuen. Dafür brauchen System und Erweiterungen regelmäßige Updates, und die Ladezeit hängt davon ab, wie sorgfältig gebaut wurde. Eine individuell entwickelte Seite ist in Tempo und Struktur am freiesten und lässt sich technisch am saubersten auf gute Auffindbarkeit bei Google ausrichten. In der Erstellung ist sie am aufwendigsten.
Betreuung nach dem Start
Mit der Veröffentlichung ist eine Website nicht fertig. Es kommen Updates, neue Mitarbeiterfotos, geänderte Öffnungszeiten, eine zusätzliche Leistungsseite. Manche Anbieter rechnen das nach Aufwand ab, andere über eine monatliche Pauschale, wieder andere übergeben Ihnen alles zur eigenen Pflege. Alle drei Modelle funktionieren. Über drei oder fünf Jahre gerechnet führen sie zu deutlich unterschiedlichen Gesamtkosten. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
Zwischenfazit
Umfang, Inhalte, Technik und Betreuung erklären zusammen fast jeden Preisunterschied zwischen zwei Angeboten für dasselbe Vorhaben.
Was den Preis treibt
- Eigene Funktionen wie Shop, Buchung oder Kundenbereich
- Texte und Bilder kommen vollständig vom Anbieter
- Individuell entwickelt statt Vorlage aus dem Baukasten
- Viele Unterseiten, mehrere Standorte, eigener Ratgeberbereich
Was Kosten spart
- Inhalte aus dem Haus, termingerecht geliefert
- Bewährte Vorlage statt gestalterischer Sonderweg
- Umfang vorab festgelegt statt Nachträge im Projekt
- Pflege der Inhalte im eigenen Team
Marktüberblick: übliche Größenordnungen
Die folgenden Spannen sind eine grobe Orientierung dazu, was am deutschen Markt für professionell erstellte Websites üblicherweise aufgerufen wird. Sie stammen aus dem, was uns in Gesprächen und Vergleichsangeboten begegnet. Es sind ausdrücklich nicht unsere Preise und keine Grundlage für eine Kalkulation. Sie zeigen, in welchem Bereich sich ein Angebot plausibel bewegen dürfte.
Wo ein Projekt innerhalb seiner Spanne landet, hängt vor allem an Ihrer eigenen Vorarbeit und daran, wie eigenständig das Ergebnis gestaltet sein soll. Dazu kommt, wie viel Verantwortung der Anbieter nach dem Start übernimmt. Ein Angebot am unteren Rand ist deshalb nicht automatisch günstig und eines am oberen Rand nicht automatisch zu teuer.
Kleiner Auftritt mit wenigen Seiten
Für eine überschaubare Website mit Start-, Leistungs-, Über-uns- und Kontaktseite bewegen sich Angebote grob im Bereich von etwa 2.000 bis 6.000 Euro. Am unteren Ende steht meist die Umsetzung auf einer vorhandenen Vorlage mit Inhalten, die Sie selbst beisteuern. Nach oben verschieben den Betrag eigens geschriebene Texte, ein Fototermin, eine gestalterisch eigenständige Umsetzung sowie die saubere Einrichtung von Rechtstexten und Auswertung.
Unternehmensseite mit mehreren Leistungsbereichen
Sobald mehrere Leistungen einzeln dargestellt werden und ein Ratgeberbereich, mehrere Standorte oder Stellenangebote dazukommen, liegen übliche Angebote etwa zwischen 6.000 und 20.000 Euro. Die Spanne ist so breit, weil der Anteil von Konzeption und Inhalten hier stark schwankt. Ein Projekt, bei dem Struktur, Suchbegriffe und sämtliche Texte neu erarbeitet werden, liegt zwangsläufig anders als eines, bei dem vorhandene Inhalte übernommen werden.
Shop oder Sonderfunktionen
Kommen ein Online-Shop, ein Buchungssystem, ein geschützter Kundenbereich oder eine Schnittstelle zu vorhandener Software hinzu, beginnen belastbare Angebote meist im fünfstelligen Bereich und sind nach oben offen. Der Grund liegt weniger in der Gestaltung als in dem, was daran hängt. Zahlungsarten, Versand, Steuersätze, Retouren und Datenabgleich müssen stimmen. Der Betrieb muss ausfallsicher sein. Wer hier zu Beginn spart, zahlt es im laufenden Betrieb nach.
2.000 bis 6.000 Euro
Branchenwert kleiner Auftritt
6.000 bis 20.000 Euro
Branchenwert Unternehmensseite
Fünfstellig aufwärts
Branchenwert Shop und Sonderfunktionen
Was in sehr günstigen Angeboten häufig fehlt
Ein niedriger Preis ist für sich genommen kein Hinweis auf unsauberes Arbeiten. Er bedeutet meist, dass weniger Leistung enthalten ist, und das kann in Ordnung sein, solange Sie wissen, welche. Schwierig wird es, wenn Positionen fehlen, die Sie ohnehin brauchen und später einzeln nachkaufen.
Am häufigsten fehlen die Inhalte. Gestaltung und Technik sind kalkuliert, die Texte nicht. Die Seite geht mit Platzhaltern oder den unveränderten Sätzen der Vorgängerseite online und wird nie fertig. Oft fehlt die rechtliche Seite. Dazu gehören ein vollständiges Impressum, eine Datenschutzerklärung passend zu den eingesetzten Diensten und eine Cookie-Einwilligung, die Analyse- und Kartendienste erst nach der Zustimmung lädt. Diese Pflichten treffen den Seitenbetreiber, also Sie.
Ein zweiter Bereich ist die Qualität im Betrieb. Ladezeit und Darstellung auf dem Telefon werden gern vorausgesetzt, sind aber Arbeit. Bilder brauchen passende Größen, Erweiterungen einen sparsamen Einsatz. Die Darstellung auf kleinen Bildschirmen muss geprüft sein. Beim Austausch einer bestehenden Website kommt ein Punkt hinzu. Die alten Adressen der Unterseiten müssen auf die neuen weitergeleitet werden. Fehlt das, verlieren Sie mit dem Start Positionen bei Google, und jeder Link, den jemand auf Sie gesetzt hat, führt ins Leere.
Der dritte Bereich ist die Übergabe. Klären Sie vorab, auf wen die Domain registriert wird, wer Zugang zu Hosting und Redaktionssystem hat und ob Sie diese Zugänge erhalten. Die Domain sollte auf Ihr Unternehmen laufen. Das ist keine Frage des Misstrauens. Es geht um Ihre Handlungsfähigkeit. Sie entscheidet, ob Sie den Dienstleister wechseln können, ohne von vorn zu beginnen.
Zwischenfazit
Ein günstiges Angebot ist unproblematisch, solange Sie wissen, welche Leistung darin fehlt und was ihr späterer Nachkauf kostet.
Häufig fehlende Positionen
- Fertige Texte statt Platzhalter zum Start
- Impressum, Datenschutz und passende Einwilligung
- Weiterleitungen der alten Adressen beim Austausch
- Domain und Zugänge in Ihrer Hand
Laufende Kosten, die viele übersehen
Neben dem einmaligen Betrag entstehen ab dem ersten Tag laufende Kosten. Einzeln sind sie klein. In Summe entscheiden sie darüber, was Ihre Website über fünf Jahre gerechnet tatsächlich kostet. Die Domain kostet je nach Endung meist einen niedrigen zweistelligen Betrag im Jahr. Hosting liegt für einen normalen Unternehmensauftritt zwischen wenigen und einigen Dutzend Euro im Monat, je nachdem, ob Sie sich einen Server mit vielen anderen teilen oder eine reservierte Umgebung nutzen. Bei einem Shop liegt es höher. Geschäftliche E-Mail-Postfächer werden oft getrennt pro Postfach abgerechnet und bei einem Wechsel vergessen.
Dazu kommt die Wartung. Redaktionssysteme und ihre Erweiterungen brauchen regelmäßige Updates, weil bekannte Sicherheitslücken sonst offen bleiben, und Sicherungen, die sich im Ernstfall auch zurückspielen lassen. Ob Sie das selbst übernehmen oder abgeben, ist eine Frage von Zeit und Zuständigkeit. Bleibt die Inhaltspflege. Neue Referenzen, geänderte Leistungen, gelegentlich ein Beitrag. Eine Seite, die drei Jahre unverändert steht, wirkt auf Besucher entsprechend. Aktualität spielt auch dafür eine Rolle, ob KI-Systeme Ihr Unternehmen als Quelle heranziehen.
Wie Sie Angebote vergleichbar machen
Zwei Angebote für dieselbe Website unterscheiden sich oft weniger im Preis als im Umfang. Nur steht das selten nebeneinander. Es hilft, jedem Anbieter dieselben Fragen zu stellen und die Antworten schriftlich zu bekommen. Fragen Sie, welche Seiten enthalten sind und was eine zusätzliche kostet. Fragen Sie, wer die Texte schreibt und die Bilder liefert. Klären Sie die technische Basis und was sie für einen Wechsel bedeutet. Fragen Sie nach Korrekturschleifen, der Registrierung der Domain und Ihren Zugängen. Fragen Sie nach den monatlichen Betriebskosten und was darin enthalten ist, nach der Abrechnung von Änderungen nach dem Start und bei einer bestehenden Seite nach den Weiterleitungen der alten Adressen.
Legen Sie diese Antworten von zwei oder drei Anbietern nebeneinander, lösen sich die meisten Preisunterschiede auf. Meist zeigt sich, dass das teurere Angebot Positionen enthält, die im günstigeren später als Nachtrag auftauchen, oder dass ein Anbieter etwas anderes verstanden hat als Sie. Beides ist gut zu wissen, bevor Sie sich entscheiden.
Zwischenfazit
Wer allen Anbietern dieselben Fragen stellt, vergleicht am Ende Leistungen statt bloßer Zahlen.
Fragen an jeden Anbieter
- Welche Seiten sind enthalten, was kostet eine weitere
- Wer schreibt die Texte, wer liefert Bilder
- Welche technische Basis, wie frei ist ein Wechsel
- Was kostet der Betrieb monatlich, was ist enthalten
Fazit
Eine belastbare Preisangabe setzt voraus, dass beide Seiten wissen, worüber sie sprechen. Der Preis ergibt sich aus Umfang, Inhalten, Technik und Betreuung, und die laufenden Kosten gehören in dieselbe Rechnung. Wer diese Punkte für sein Vorhaben grob beschreiben kann, bekommt vergleichbare Angebote statt Hausnummern. Die wichtigere Frage ist daher, was eine Website enthalten muss, damit sie ihren Zweck erfüllt.
Das Wichtigste in Kürze
- Umfang, Inhalte, technische Basis und Betreuung bestimmen den Preis.
- Laufende Kosten für Domain, Hosting, Postfächer und Wartung gehören in dieselbe Rechnung.
- Fehlen Texte, Rechtstexte oder Weiterleitungen, kaufen Sie diese Positionen später einzeln nach.
- Dieselben Fragen an alle Anbieter lösen scheinbare Preisunterschiede meist vollständig auf.
